Unser Umgang mit unseren Pferden

 

Die Firma Paul besitzt etwa 60 Pferde, die abwechselnd im Einsatz sind. Das Gesetz schreibt vor, dass ein Fiakerpferd maximal 18 Tage im Monat arbeiten darf. Sie leben entweder auf unserem Hof in Simmering, von wo aus sie in der Innenstadt zur Arbeit gehen, oder auf unserem Hof in Meidling, von wo aus sie in Schönbrunn eingesetzt werden.

Alle 3 Monate dürfen die Pferde 14 Tage auf unserem Pferde-Ferienhof in Niederösterreich Urlaub machen. Die Pferde für Schönbrunn arbeiten 7 Monate im Jahr und bekommen dann 5 Monate Urlaub. Auf Ihrem Ferienhof haben sie große grüne Weiden und viel Platz. Länger als 14 Tage Urlaub ist im Regelbetrieb nicht möglich, da sie sonst Muskeln verlieren, und nicht mehr genauso gut eingesetzt werden könnten. So wie Menschen bauen sie ab, wenn sie nicht trainieren, und wenn sie den Rhythmus verlieren, dann können sie Ihre Aufgaben schlechter erfüllen. Sie brauchen aber – wie der Mensch – eine Aufgabe im Leben. Fiakerpferde haben eine solche und sind glückliche Tiere.

Die Pferde werden von uns selbst trainiert. Ein Fiakerpferd muss nicht nur lernen im Gleichschritt zu gehen, sondern auch, sich im Straßenverkehr ruhig zu verhalten. Es muss an die Autos gewöhnt werden und darf nicht nervös werden, wenn jemand hupt, stark beschleunigt oder andere unerwartete Handlungen setzt. Dazu werden sie zunächst an die Kutsche gewöht, an die Pferde mit denen sie zusammengespannt werden, und dann an den Verkehr. Das Training eines Pferdes dauert zwischen 5 Monaten und einem Jahr. Sie werden aber frühestens erst mit Ende des 4. Lebensjahres als Fiakerpferde eingesetzt, meist im 5. Lebensjahr. Wir lieben unsere Pferde und haben zu jedem einzelnen eine persönliche Beziehung. Wir investieren viel Geld in deren Wohl, was weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgeht.

Unser Umgang mit den Tieren hat aber auch dazu geführt, dass wir einen höheren Anteil unserer gekauften Pferde tatsächlich einsetzen können. Da wir Ihnen Zeit geben sich an Ihre Aufgabe zu gewöhnen, und Ihnen viel Regeneration ermöglichen, gelingt es uns 80 Prozent der für diesen Zweck erworbenen Pferde einzusetzen. Das liegt weit über dem Branchenschnitt von etwa 50 Prozent.  Trotzdem bleibt der  Fiaker-Ferienhof eine teure Investition in das Wohl der Tiere, die aus rein ökonomischer Sicht nicht sinnvoll ist.

Fiakerunternehmen wird medial immer wieder ein ins tierquälerische gehendes Verhalten vorgeworfen. Diese Angriffe kommen von NGOs wie dem Verein gegen Tierfabriken, die mit dem Sammeln von Spenden Gelder einnehmen.  Deshalb verlinken wir hier die umfangreiche Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, über einen möglichen Hitzestress bei Fiakerpferden erwähnen, durchgeführt unter der Leitung der drei Universitätsprofessoren Prof. Dr. J. Troxler, Prof. Dr. R. Van den Hoven,  und Prof. Dr. Chr. Winckler. Es wurden 400 Messungen vorgenommen und festgestellt, dass die typischen Bedingungen eines Wiener Sommers die Fiakerpferde NICHT überfordern. „Hitzestress, in Form einer Überforderung des thermoregulatorischen Systems im Pferd, wurde in keiner der annähernd 400 Messungen an den Tieren festgestellt.“ Empfohlene Verbesserungen für die Pferde wurden inzwischen von Gesetz wegen vorgeschrieben und sind selbstverständliche Praxis. Es gibt gibt „Gegenstudien“ und Stellungnahmen von politisch getriebenen Organisationen dazu, wie dem VGT (Verein gegen Tierfabriken), die ohne Messungen ausgekommen sind.